Samstag, 5. Mai 2018
Umpalumpas of all countries – unite! oder als Charly die Schokoladenfabrik mal genauer analysierte
gstanzl, 14:45h
Hör ma uff mit Marx und dem Gespenst! Wenn ich mich gruseln will schau ich einfach, was in Europa heute so umgeht. Irgendwie so ziemlich das Gegenteil von dem, was das Marxsche Denken ausmacht. Nationalbesoffenheit. Religiös motivierte Politik und politisch motiviertes Religionsschauspiel. Erklärungsmuster frisch vom Verschwörungswebstuhl und dem Voodoohäkelkurs von Esoterik und „gesundem Volksempfinden“ (Na, gruselt es schon?)
Was will mir Marx also sagen? Das weiß wahrscheinlich niemand so genau, weil fragen kann ihn halt auch niemand mehr. Deswegen ist es so schwierig, das rauszukriegen.
Was kann ich mit Marx noch anfangen? Naja, erst mal anfangen zu lesen. Es muss ja nicht unbedingt die ganze blaue Wand aus dem Dietz-Verlag sein. Ich finde, dass man damit einiges anfangen kann. Wenn man die Zitate, Bücher und das Merchandise (ja, ich besitze u.a. einen Karl-Marx-Salzstreuer) nicht als Monstranz vor sich herträgt oder wie einen Prawda-Starschnitt anbetet, sondern selber mitdenkt und alles hinterfragt.
Da wäre einmal die grundsätzliche Erkenntnis, wer wie die Werte in einer Volkswirtschaft erschafft und wie das damit zusammenhängt, dass manche mehr und andere weniger haben. Also ein Erklärungsmuster für wirtschaftliche Zusammenhänge und eine Grundlage für SelbstBewusstsein.
Und da ist dann noch: Don´t hate the player – hate the game!
Nicht der Kapitalist (oder ganz manchmal die -in) ist eine unglaubliche Drecksau, es ist halt eher das Gesamtkonstrukt, mit dem man unzufrieden sein sollte. Das widerspricht der gemeinen Wutbürger/-in, die oder meistens der immer einen Schuldigen braucht, oder manchmal eine ganze Gruppe, die spezifisch gehasst wird.
„Die Banker, die Spekulanten, die...na ja, die von der Ostküste halt, die im Hinterzimmer, die man nicht sieht und alles lenken....“
Wo wir schon beim nächsten Punkt wären. Eine ernsthafte Analyse von wirtschaftlichen Zusammenhängen ist eben nicht an jeder Ecke und hinter jeder Krise eine gezielte Verschwörung von wem auch immer (Lichtenstein, der ADAC oder die Wildecker Herzbuben? Wer weiß?) zu vermuten. Nüchterne Analyse hilft im Zweifel einfach dabei, nicht als Quartalsirrer durch die politische Landschaft zu marodieren.
Ob jetzt jede Analyse richtig ist oder zumindest jetzt noch richtig ist, weiß ich nicht, glaube ich aber auch nicht so ganz. Aber in einer Zeit, in der ernsthaft für die Wissenschaft an sich demonstriert werden muss und es „alternative“ Fakten und Arschlöcher gibt sollte eine wissenschaftliche Herangehensweise schon mal im Grunde sympathisch sein.
A propos Zeitgeist: Bei dem ganzen Heimat, Retro und „früher war alles so viel besser und ehrlicher“-Trend (ja, ich höre auch gerne alte Musik auf alten Schallplatten) ist eine Kritik am Kapitalismus, die nach vorne schaut und nicht sagt „Mei, im Feudalismus, des war halt noch so gmiatlich! Da waren die Fesseln noch handgemacht und wertig.“ nötiger denn je.
In diesem Sinne: Ein Prost auf den Jubilar aus Trier!
Was will mir Marx also sagen? Das weiß wahrscheinlich niemand so genau, weil fragen kann ihn halt auch niemand mehr. Deswegen ist es so schwierig, das rauszukriegen.
Was kann ich mit Marx noch anfangen? Naja, erst mal anfangen zu lesen. Es muss ja nicht unbedingt die ganze blaue Wand aus dem Dietz-Verlag sein. Ich finde, dass man damit einiges anfangen kann. Wenn man die Zitate, Bücher und das Merchandise (ja, ich besitze u.a. einen Karl-Marx-Salzstreuer) nicht als Monstranz vor sich herträgt oder wie einen Prawda-Starschnitt anbetet, sondern selber mitdenkt und alles hinterfragt.
Da wäre einmal die grundsätzliche Erkenntnis, wer wie die Werte in einer Volkswirtschaft erschafft und wie das damit zusammenhängt, dass manche mehr und andere weniger haben. Also ein Erklärungsmuster für wirtschaftliche Zusammenhänge und eine Grundlage für SelbstBewusstsein.
Und da ist dann noch: Don´t hate the player – hate the game!
Nicht der Kapitalist (oder ganz manchmal die -in) ist eine unglaubliche Drecksau, es ist halt eher das Gesamtkonstrukt, mit dem man unzufrieden sein sollte. Das widerspricht der gemeinen Wutbürger/-in, die oder meistens der immer einen Schuldigen braucht, oder manchmal eine ganze Gruppe, die spezifisch gehasst wird.
„Die Banker, die Spekulanten, die...na ja, die von der Ostküste halt, die im Hinterzimmer, die man nicht sieht und alles lenken....“
Wo wir schon beim nächsten Punkt wären. Eine ernsthafte Analyse von wirtschaftlichen Zusammenhängen ist eben nicht an jeder Ecke und hinter jeder Krise eine gezielte Verschwörung von wem auch immer (Lichtenstein, der ADAC oder die Wildecker Herzbuben? Wer weiß?) zu vermuten. Nüchterne Analyse hilft im Zweifel einfach dabei, nicht als Quartalsirrer durch die politische Landschaft zu marodieren.
Ob jetzt jede Analyse richtig ist oder zumindest jetzt noch richtig ist, weiß ich nicht, glaube ich aber auch nicht so ganz. Aber in einer Zeit, in der ernsthaft für die Wissenschaft an sich demonstriert werden muss und es „alternative“ Fakten und Arschlöcher gibt sollte eine wissenschaftliche Herangehensweise schon mal im Grunde sympathisch sein.
A propos Zeitgeist: Bei dem ganzen Heimat, Retro und „früher war alles so viel besser und ehrlicher“-Trend (ja, ich höre auch gerne alte Musik auf alten Schallplatten) ist eine Kritik am Kapitalismus, die nach vorne schaut und nicht sagt „Mei, im Feudalismus, des war halt noch so gmiatlich! Da waren die Fesseln noch handgemacht und wertig.“ nötiger denn je.
In diesem Sinne: Ein Prost auf den Jubilar aus Trier!
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